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Ilmenau Lockergestein rechts - Niedersachsen

Testgebiet "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts"

Das Testgebiet "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts" (NI 11_1) liegt vollumfänglich über dem gleichnamigen Grundwasserkörper (GWK) im Nordosten Niedersachsens und hat eine Größe von ca. 1.464 km². Der GWK "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts" liegt hinsichtlich der Nitratbelastung bei < 50 mg Nitrat/l.

Das Testgebiet erstreckt sich von der Elbe im Norden bis nach Bad Bodenteich im Süden. Von Westen nach Osten reicht das Testgebiet von der Hansestadt Lüneburg bis zur Landesgrenze Niedersachsens im Osten. Der Elbe-Seitenkanal als wichtige Wasserstraße verläuft in Nord-Südrichtung durch das gesamte Testgebiet.

Hydrogeologisch ist das Testgebiet durch die Grund- und Endmoränenlandschaft der Lüneburger Geest charakterisiert. Die wechselhaft auftretenden Schmelzwassersande und Geschiebelehme (teilweise noch Geschiebemergel) sind nahezu flächendeckend von 4 bis 8 dm mächtigen Schichten aus Geschiebedecksand überlagert. Vorherrschende Bodentypen sind daher Braunerden und Podsole bzw. Mischarten aus den beiden, sowie bei oberflächennah anstehendem Geschiebelehm auch Pseudogleye und podsolierte Pseudogleye. In den Niederungen und der Elbmarsch sind häufig Podsolgleye und Gleye zu finden.

Das Testgebiet ist eine intensive Ackerbauregion mit überwiegend sandigen Böden (S, lS, sL) mit 15 bis 65 Bodenpunkten. Die Fruchtfolgen werden durch einen Wechsel von Hack- und Halmfrüchten dominiert, jedoch wird witterungs- und marktbedingt oft gewechselt. Bei den Sommerungen ist die Kartoffel die Leitfrucht, gefolgt von Zuckerrüben und Silomais. Letzterer wird überwiegend für die Biogasproduktion angebaut. Beim Getreide wird je nach Standort vorwiegend Winterweizen oder -roggen angebaut, wobei aufgrund besserer Marktpreise der Winterweizen sowohl den Winterroggen als auch die Sommergerste immer weiter verdrängt. Des Weiteren spielt der Anbau von Wintergerste eine Rolle. Eine Besonderheit im Testgebiet "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts" ist der relativ weit verbreitete Zwiebelanbau.

Die langjährige mittlere Jahrestemperatur liegt bei 8,5°C mit einer durchschnittlichen Niederschlagssumme von ca. 590 mm/a. Viele Ackerflächen werden in der Vegetationsperiode i. d. R. drei bis fünf Mal beregnet.

Laut Nährstoffbericht Niedersachsen (ML 2017) beträgt der mittlere Stickstoffüberschuss organischer Dünger im Testgebiet "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts" ca. 75 kg N/ha (ca. 30 kg N/ha aus Biogas; ca. 45 kg N/ha aus Viehhaltung). Die Viehbesatzdichte beträgt ca. 0,5 GVE/ha. Außerdem befinden sich aktuell 21 Biogasanlagen im Testgebiet (Energieatlas Niedersachsen 2016).

Lage des Grundwasserkörpers GWK NI 11_1 (blau) in Niedersachsen (links) und flächenbezogene Anbaustruktur 2017 auf den 144 Testschlägen im Testgebiet "Ilmenau, Lockergestein rechts" (rechts). (Abbildung links: Karte = stepmap.de, GWK = INGUS, Abbildung rechts: INGUS).


Regionaler Einrichter in Niedersachsen

Regionaler Einrichter für das Testgebiet "Ilmenau Lockergesteinsgebiet, rechts" ist die INGUS Ingenieurdienst Umweltsteuerung GmbH aus Hannover in Niedersachsen. Die Demonstrationsbetriebe im Testgebiet werden über die INGUS-Zentrale in Hannover und die INGUS-Zweigstelle in Lüneburg betreut.

Die INGUS GmbH ist ein bei Landwirten, Fachministerien, Fachbehörden und Kommunen langjährig anerkanntes Fachbüro der Agrar-Umwelt-Beratung. Die INGUS GmbH verbindet seit über 20 Jahren die Fachdisziplinen Land- und Forstwirtschaft, Bodenkunde, Geographie, Geologie und Hydrogeologie und ist damit in der Lage komplexe Ursache-Wirkungs-Beziehungen landwirtschaftlicher Flächennutzung einerseits und Boden-, Moor-, Gewässer-, Klima- und Naturschutz andererseits zu bearbeiten. Personelle Basis hierfür ist ein erfahrenes Team mit über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Fachbereichen Agrar-, Boden- und Geowissenschaften.

Die Haupttätigkeitsfelder der INGUS GmbH sind:

- Landwirtschaftliche Gewässerschutzberatung in Trinkwasserschutzkooperationen (NI, SH, NRW)
und in Beratungsgebieten der EG-Wasserrahmenrichtlinie (NI, SH, HE)
- Einzelbetriebliche Beratung landwirtschaftlicher Betriebe (NI, SH, NRW, HE)
- Bodenkundliche Fachgutachten, z. B. in Wasserrechts- und Beweissicherungsverfahren (NI, SH, HE)
- Erfassung und Bewertung landwirtschaftlicher Stofffeinträge in Landschaften (NI, SH, NRW, HE)
- Geoinformationssystem(GIS)-Projekte
- Fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit

Als regionaler Einrichter im Testgebiet "Ilmenau Lockergesteinsgebiet, rechts" zeichnen verantwortlich:

Dr. Franz Antony (Gesamtverantwortung)
Dr. Fabian Köslin-Findeklee (Projektkoordination)
Katharina Krieger (Betreuung der Demonstrationsbetriebe)

LINK zu INGUS


Demonstrationsbetriebe

Im Testgebiet "Ilmenau, Lockergesteinsgebiet rechts" sind alle zwölf Demonstrationsbetriebe konventionelle Betriebe mit dem Schwerpunkt Ackerbau, von denen neun im Vollerwerb und drei im Nebenerwerb geführt werden. Die Größe der Demonstrationsbetriebe reicht von 95 ha bis 620 ha. Die durchschnittliche Größe der 12 Demonstrationsbetriebe liegt bei 255 ha. Die durchschnittliche Schlaggröße liegt bei 6 ha.

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