.

Problemstellung

Die Düngeverordnung ist Teil des nationalen Aktionsprogramms zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie (Richtlinie 91/676/EWG) und regelt seit 1996 die gute fachliche Praxis bei der Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Mit der Novellierung der Düngeverordnung am 26. Mai 2017 wurden die Vorgaben für die Anwendung und Lagerung von Düngemitteln verschärft, um so eine Verringerung bei der Belastung der Grundwässer herbei zu führen. Im Jahr 2020 werden voraussichtlich erneute Verschärfungen der Vorgaben in Kraft treten.

Die Prüfung der Wirksamkeit der in der Düngeverordnung beschriebenen Maßnahmen hinsichtlich einer Reduktion des Austrags von Nitrat ins Grundwasser erfolgt seit 2013 über 692 Grundwassermessstellen, an denen ein Zusammenhang zwischen dem obersten Grundwasserleiter und der landwirtschaftlichen Nutzung angenommen wird.

Die kontinuierliche Nitratbestimmung an diesen Grundwassermessstellen dient dazu, die Veränderungen des Stickstoffeinsatzes auf landwirtschaftlichen Standorten zu belegen. Während bei oberflächennahen Grundwasserkörpern (< 3 m) relativ zeitnah mit einer Abbildung der Wirkung der Maßnahmen zu rechnen ist, muss bei sehr tief liegenden Grundwasserkörpern (> 15 m) aufgrund der langen Fließzeiten des Sickerwassers mit einer stark verzögerten Reaktion gerechnet werden.

Um diesem Problem zu begegnen ist es daher notwendig, ein Messsystem zu entwickeln, welches in der Lage ist, die bewirtschaftungsbedingten Veränderung der Nitratgehalte ohne wesentliche zeitliche Verzögerung darstellen zu können.

Powered by Papoo 2016
8164 Besucher