Inhalt: Wagrien (Schleswig-Holstein)
Das Testgebiet Wagrien liegt vollumfänglich im Grundwasserkörper (GWK) ST07 „Kossau / Oldenburger Graben" im Dreieck Kiel-Lübeck-Fehmarn. Der GWK ST07 und damit das Testgebiet „Wagrien" hat eine Größe von ca. 1.225 km².
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Der GWK ST07 wird hinsichtlich der Nitratbelastung durchgängig als gut bewertet. Die Grundwasser-Messstellen liegen alle bei <10 mg Nitrat/L. Jedoch ist der westliche Teil des Testgebietes im Landkreis Plön durch einen hohen Anfall an organischen Wirtschaftsdüngern geprägt. In diesem Bereich des Testgebietes gibt es Betriebe mit einer Schweinehaltung > 1,5 GVE/ha, die an der „170 kg N-Grenze" wirtschaften.
Das Testgebiet liegt in dem Hauptnaturraum „Östliches Hügelland" in den Kreisen Plön und Ostholstein. Geologisch handelt es sich um ein reliefiertes Jungmoränengebiet. Auf der flächendeckend oberflächennah verbreiteten Grundmoräne mit geringmächtiger Geschiebedecksandauflage (3 bis 5 dm) haben sich vorwiegend pseudovergleyte Parabraunerden und Pseudogleye sowie in Niederungen Gleye und Gley-Podsole entwickelt. Der hohe Anteil an Stauwasser beeinflussten Böden spiegelt die Wirkung der wasserstauenden Grundmoräne wider. Als Besonderheit quert der „Oldenburger Graben" das Testgebiet zwischen Weißenhäuser Strand und Dahme. Hier herrschen Anmoore und Niedermoore vor. Der vorwiegende Grundwasser-Flurabstand liegt bei ca. 10 m. Die mittlere Lufttemperatur liegt bei 9,3°C und die langjährige mittlere Jahres-Niederschlagssumme beträgt ca. 680 mm/a (langjährige Mittelwerte 1991-2020). Die mittlere Grundwasserneubildung liegt bei 100 bis 150 mm/a.
Das Testgebiet Wagrien ist eine ertragsstarke Ackerbauregion mit überwiegend sandigen Lehmböden mit 40 bis 65 Bodenpunkten. Hauptanbaukulturen im Testgebiet sind Weizen und Raps. Die dominierenden Fruchtfolgen sind Raps-Weizen-Weizen und Raps-Weizen-Gerste. Ergänzt werden die Fruchtfolgen durch Silomais und verschiedene Sommerungen wie Sommerhafer und Ackerbohnen.
Demonstrationsbetriebe
Im Testgebiet Wagrien sind alle sechs Demobetriebe konventionelle Vollerwerbsbetriebe mit dem Schwerpunkt Ackerbau. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche der Demonstrationsbetriebe reicht von ca. 310 ha bis ca. 860 ha. Die durchschnittliche Größe eines Demonstrationsbetriebes im Testgebiet Wagrien beträgt ca. 575 ha. Die durchschnittliche Schlaggröße liegt bei ca. 20 ha.
Regionaler Einrichter in Schleswig-Holstein
Regionaler Einrichter für das Testgebiet Wagrien ist die INGUS Ingenieurdienst Umweltsteuerung GmbH aus Hannover in Niedersachsen. Die Demonstrationsbetriebe in dem Testgebiet werden über die INGUS-Zweigstelle in Nortorf (SH) betreut.
Die INGUS GmbH ist ein bei Landwirten, Fachministerien, Fachbehörden und Kommunen langjährig anerkanntes Fachbüro der Agrar-Umwelt-Beratung. Die INGUS GmbH verbindet seit 30 Jahren die Fachdisziplinen Land- und Forstwirtschaft, Bodenkunde, Geographie, Geologie und Hydrogeologie und ist damit in der Lage komplexe Ursache-Wirkungs-Beziehungen landwirtschaftlicher Flächennutzung einerseits und Boden-, Moor-, Gewässer-, Klima- und Naturschutz andererseits zu bearbeiten. Personelle Basis hierfür ist ein erfahrenes Team mit über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Fachbereichen Agrar-, Boden- und Geowissenschaften.
Die Haupttätigkeitsfelder der INGUS GmbH sind:
- Landwirtschaftliche Gewässerschutzberatung in Trinkwasserschutzkooperationen und in Beratungsgebieten der EG-Wasserrahmenrichtlinie
- Einzelbetriebliche Beratung landwirtschaftlicher Betriebe
- Bodenkundliche Fachgutachten, z. B. in Wasserrechts- und Beweissicherungsverfahren
- Erfassung und Bewertung landwirtschaftlicher Stofffeinträge in Landschaften
- Geoinformationssystem (GIS)-Projekte
- Fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit
Als regionaler Einrichter im Testgebiet „Wagrien" steht ein dreiköpfiges INGUS-Team zur Verfügung:
Dr. Franz Antony (Gesamtverantwortung)
Loreena Langehenke (Projektkoordination)
Stefan Dose (Betreuung der Demonstrationsbetriebe)